Eines der großen Probleme bei Alzheimer ist die späte Diagnose. Wenn ein Patient diagnostiziert wird, ist der Schaden bereits fortgeschritten. Eine neue Studie in Nature Communications präsentiert eine Neuigkeit: Zwei Proteine im Liquor, die vorhersagen können, wer von MCI zu Demenz fortschreiten wird.
Die Proteine: NPTX1 und NPTXR
NPTX1 und NPTXR (Neuronal Pentraxin) sind Proteine, deren Aufgabe es ist, die Synapsen zu erhalten. Wenn ihre Werte im Liquor (CSF) sinken, ist das ein Zeichen dafür, dass die Synapsen versagen, ein erstes Anzeichen von Alzheimer.
Die Studie
Ein internationales Team rekrutierte 635 Teilnehmer in zwei getrennten Gruppen in China und Norwegen, über das gesamte Spektrum der Krankheit hinweg. Sie wurden auf NPTX sowie auf etablierte Marker gemessen: pTau181 und Neurofilament Light Chain (NfL).
Die wichtigsten Ergebnisse
- Korrelation mit dem Krankheitsstadium: NPTX-Werte sinken mit dem Fortschreiten von Alzheimer
- Korrelation mit MRT-Schäden: Ausdünnung der Großhirnrinde in Alzheimer-anfälligen Regionen
- Vorhersage des Fortschreitens: Niedrige Ausgangswerte sagen einen Übergang zu Demenz innerhalb von etwa zwei bis drei Jahren voraus
- Ergänzung zu bestehenden Markern: NPTX übertraf oft pTau181 und Neurofilament Light Chain (NfL) oder ergänzte sie
Warum ist das wichtig?
Neue Medikamente wie Lecanemab kosten etwa 26.500 $ pro Jahr (und die Gesamtbehandlungskosten, einschließlich Überwachung und Bildgebung, sind noch höher) und haben Nebenwirkungen. Ein Marker, der vorhersagt, wer sich voraussichtlich verschlechtern wird, könnte in Zukunft helfen, die Behandlung gezielter einzusetzen.
Was bedeutet das für Sie?
Es ist wichtig zu verstehen: NPTX ist derzeit ein vielversprechender Forschungsmarker, kein verfügbarer oder für die medizinische Anwendung validierter klinischer Test. Die Forscher selbst betonen, dass größere Studien erforderlich sind, bevor dies in die Klinik übertragen werden kann. Derzeit können Personen mit Gedächtnisbeschwerden oder einer familiären Vorgeschichte von Alzheimer einen Neurologen zu den bereits vorhandenen Markern (wie pTau181 und Neurofilament) konsultieren.
Das Fazit
Frühe Forschung deutet darauf hin, dass ein Test das Fortschreiten Jahre im Voraus vorhersagen könnte. Wenn der Befund in weiteren Studien bestätigt wird, könnte dies ein Fenster für eine frühzeitige Intervention öffnen, die in der Regel mit besseren Ergebnissen verbunden ist.
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