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Nahrungsergänzung

Maca: Die Andenwurzel für Libido, Energie und Stimmung

Maca, eine Knolle, die hoch in den Anden Perus wächst, wird als natürlicher Libido-Booster, Energieverstärker und Hormonausgleicher verkauft. Aber was zeigen die Beweise wirklich, und was ist der Hype? Ein systematischer Review von 2010 fand begrenzte, aber vielversprechende Belege für eine Verbesserung der sexuellen Funktion bei Männern und Frauen, und eine Studie in *Menopause* zeigte eine Verringerung von Angstzuständen und Depressionen bei postmenopausalen Frauen. Die große Überraschung: Diese Wirkung verlief überhaupt nicht über Östrogen oder Testosteron. Das bedeutet, Maca erhöht das Testosteron nicht hormonell, sondern wirkt über einen völlig anderen Mechanismus. Wir haben die Beweise, die richtige Dosierung und für wen es wirklich geeignet ist, überprüft.

📅30/05/2026 ⏱️10 דקות קריאה ✍️Reverse Aging 👁️0 צפיות

In einer Höhe von über 4.000 Metern in den Anden Perus, an einem Ort, an dem fast keine essbare Pflanze die Kälte, die Strahlung und die dünne Luft überlebt, wächst seit Jahrtausenden eine kleine, rübenförmige Knolle. Die Inka nannten sie 'Nahrung der Krieger' und glaubten, sie verleihe Kraft, Fruchtbarkeit und Ausdauer. Heute, Jahrhunderte später, ist dieselbe Knolle unter einem einfachen Namen zu einem der meistverkauften Nahrungsergänzungsmittel der Welt geworden: Maca.

Das Marketing verspricht viel: eine explodierende Libido, Energie wie mit 20 und ein perfektes hormonelles Gleichgewicht. Aber was sagt die Wissenschaft wirklich? Im Gegensatz zu den meisten Anti-Aging-Präparaten hat Maca plausible Belege vom Menschen, nicht nur von Mäusen, und genau deshalb haben wir sie gelb und nicht rot eingestuft. Die große Überraschung, die Sie gleich erfahren werden: Die Wirkung von Maca auf die Libido und die Stimmung verläuft wahrscheinlich überhaupt nicht über die Sexualhormone.

Was ist Maca?

Maca (wissenschaftlicher Name Lepidium meyenii, manchmal auch Lepidium peruvianum) ist eine Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler, derselben Familie wie Brokkoli, Kohl und Rettich. Der essbare Teil ist die Knolle, die zu Pulver gemahlen wird. Hier ist, was Sie darüber wissen sollten:

  • Herkunft: Wächst ausschließlich in den Hochlagen der Anden in Peru und Bolivien unter extremen Bedingungen von Höhe und Kälte.
  • Verschiedene Farben: Es gibt gelbe Maca (die häufigste), rote und schwarze. Die Farbe ist nicht nur kosmetisch; Studien deuten auf Unterschiede in der Wirkung hin: Schwarze Maca wurde mehr für Gedächtnis und Sperma untersucht, rote für die Prostata-Gesundheit.
  • Zusammensetzung: Reich an Protein, Ballaststoffen, Mineralien (Eisen, Zink, Kalzium) und einzigartigen Molekülen namens Macamide und Glucosinolate, die als die aktiven Bestandteile gelten.
  • Klassifizierung: Wird manchmal als 'Adaptogen' eingestuft, eine Pflanze, die dem Körper hilft, mit Stress umzugehen, aber dies ist eine Marketingbezeichnung, die wissenschaftlich nicht gut belegt ist.
  • Verwendungsform: Wird als Pulver, in Kapseln oder in 'gelatinisierter' Form verkauft, bei der die Stärke zur Verbesserung der Absorption und Verdauung aufgespalten wurde.

Der überraschende Mechanismus: Nicht über Testosteron

Der entscheidende Punkt, der Maca von Präparaten unterscheidet, die angeblich das Testosteron erhöhen: Maca erhöht die Testosteron- oder Östrogenspiegel im Blut nicht. Studien, die die Sexualhormone vor und nach der Einnahme von Maca gemessen haben, fanden keine Veränderung der Östradiol-, Testosteron-, FSH- oder LH-Spiegel.

Wie wirkt sie sich dann auf Libido und Stimmung aus? Die aktuellen wissenschaftlichen Hypothesen deuten auf mehrere nicht-hormonelle Wege hin:

  • Zentralnervensystem: Die für Maca einzigartigen Macamide könnten das Neurotransmittersystem beeinflussen, einschließlich der dopaminergen Bahnen, die mit Verlangen und Motivation verbunden sind.
  • Reduzierung von Angstzuständen und Depressionen: Eine Verbesserung der Stimmung und des Wohlbefindens führt direkt zu einem erhöhten sexuellen Interesse, unabhängig von Hormonen.
  • Zelluläre Energie und Ausdauer: Eine reichhaltige Nährstoffzusammensetzung, die die Mitochondrienfunktion und das allgemeine Energieniveau unterstützt.
  • Antioxidantien: Die Glucosinolate und Polyphenole bieten antioxidative Aktivität, die Zellen vor oxidativem Stress schützt.

Die praktische Bedeutung: Wer eine hormonelle Testosteronerhöhung sucht, wird diese bei Maca nicht finden. Aber wer eine Verbesserung von Verlangen, Energie und Stimmung sucht, könnte durchaus profitieren, und gerade weil der Mechanismus nicht hormonell ist, ist ihr Sicherheitsprofil besser als das von hormonellen Präparaten.

Die aktuellen Belege

Studie 1: Systematischer Review zu Maca und sexueller Funktion von 2010

Der wichtigste Review auf diesem Gebiet wurde 2010 von Shin et al. in der Zeitschrift BMC Complementary and Alternative Medicine veröffentlicht. Die Forscher durchsuchten 17 Datenbanken und identifizierten 4 randomisierte, placebokontrollierte Studien, die Maca zur Verbesserung der sexuellen Funktion untersuchten. Die Ergebnisse: Zwei Studien zeigten eine signifikant positive Wirkung auf die Libido bei gesunden Männern und auf die sexuelle Funktion bei Frauen in den Wechseljahren. Eine weitere Studie zeigte eine signifikante Verbesserung bei Männern mit erektiler Dysfunktion. Eine Studie zeigte keine Wirkung bei Radfahrern. Schlussfolgerung der Forscher: Begrenzte, aber vielversprechende Belege mit Bedarf an größeren Studien.

Studie 2: Maca, Angstzustände und Depressionen in den Wechseljahren von 2008

Eine 2008 in der Zeitschrift Menopause veröffentlichte Studie untersuchte 14 postmenopausale Frauen in einem randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Design. Die Frauen nahmen 6 Wochen lang 3,5 g Maca pro Tag oder ein Placebo ein. Das Ergebnis: Eine signifikante Verringerung der Symptome von Angstzuständen und Depressionen sowie eine Verbesserung der sexuellen Funktionsindizes, gemessen mit der Green Climacteric Scale. Der entscheidende Befund: Bluttests zeigten keine Veränderung der Östradiol-, FSH- und LH-Spiegel, was bedeutet, dass die Wirkung unabhängig von einer östrogenen oder androgenen Aktivität war. Dies ist eine der wichtigsten Studien, die den nicht-hormonellen Mechanismus belegt.

Studie 3: Maca, Depressionen und Blutdruck von 2015

Eine randomisierte, doppelblinde Studie, die in der Zeitschrift Climacteric veröffentlicht wurde, untersuchte 29 chinesische postmenopausale Frauen, die 3,3 g Maca pro Tag oder ein Placebo einnahmen, jeweils für 6 Wochen in einem Crossover-Design. Die Ergebnisse: Eine Verringerung der depressiven Symptome und eine Verbesserung des diastolischen Blutdrucks. Die Studie bestätigte den Zusammenhang zwischen Maca und einer verbesserten Stimmung auch in einer anderen ethnischen Population, obwohl die Forscher anmerkten, dass es sich um eine kleine Pilotstudie handelte.

Was ist mit Energie und Fruchtbarkeit?

Über Libido und Stimmung hinaus wurde Maca auch in anderen Zusammenhängen untersucht. Im Bereich der männlichen Fruchtbarkeit zeigten mehrere kleine Studien eine Zunahme des Samenvolumens, der Spermienzahl und der Spermienmotilität bei gesunden Männern, die Maca einnahmen, wiederum ohne Veränderung der Sexualhormone. Im Bereich Energie und Ausdauer sind die Belege schwächer: Die Studie mit Radfahrern zeigte keine Leistungsverbesserung, so dass das Gefühl von 'Energie', über das Anwender berichten, wahrscheinlich eher mit einer verbesserten Stimmung und Schlafqualität zusammenhängt als mit einer direkten Verbesserung der körperlichen Fitness. Dies ist eine wichtige Unterscheidung: Maca ist kein Stimulans wie Koffein, es wirkt sanft und über einen längeren Zeitraum.

Sollte man mit der Einnahme von Maca beginnen?

Hier ist der Ort für Ernüchterung. Trotz der positiven Belege gibt es einige wichtige Vorbehalte:

  • Kleine Stichprobengrößen: Die wichtigsten Studien umfassten nur 14 bis 29 Teilnehmer. Das ist weit entfernt vom Umfang Tausender Teilnehmer, der für vollständige Sicherheit erforderlich ist.
  • Mittelmäßige methodische Qualität: Der systematische Review selbst stellte fest, dass die Qualität der Studien begrenzt ist und dass größere, qualitativ hochwertigere Studien erforderlich sind.
  • Auswirkung auf die Schilddrüse: Maca enthält Glucosinolate, die in sehr großen Mengen die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen können. Personen mit einer Schilddrüsenunterfunktion sollten einen Arzt konsultieren.
  • Hormonabhängige Krebserkrankungen: Obwohl Maca nicht hormonell wirkt, sollten Personen mit einer Vorgeschichte von Brust- oder Prostatakrebs vor der Anwendung Vorsicht walten lassen und ärztlichen Rat einholen.
  • Kosten und Zeit: Die Wirkung ist nicht sofort; die meisten Studien maßen sie nach mindestens 6 Wochen. Rechnen Sie mit Kosten von 50 bis 120 Schekel pro Monat für ein hochwertiges Präparat.

Auf der anderen Seite gehört das Sicherheitsprofil von Maca zu den besten in der Welt der Nahrungsergänzungsmittel. Bei einer Dosierung von 1,5 bis 3 Gramm pro Tag wurden fast keine nennenswerten Nebenwirkungen berichtet, und es ist eine essbare Knolle, die in Peru seit Jahrtausenden gegessen wird.

Was sollte man aus der Forschung mitnehmen?

  1. Wenn Sie eine Verbesserung der Libido oder Stimmung suchen, ist Maca ein vernünftiger Versuch. In einer Dosierung von 1,5 bis 3 Gramm pro Tag, mit realistischen Erwartungen und nicht mit Wundern, und nach 6 bis 8 Wochen konsequenter Anwendung.
  2. Erwarten Sie keinen Anstieg des Testosterons. Wenn das Ihr Ziel ist, ist Maca nicht das richtige Mittel. Es wirkt über einen völlig anderen, nicht-hormonellen Mechanismus.
  3. Wählen Sie eine hochwertige Form: Gelatinisierte Maca wird besser absorbiert und belastet die Verdauung weniger. Schwarze Maca für Gedächtnis und Sperma, rote für die Prostata.
  4. Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis: Beginnen Sie mit 1,5 g und steigern Sie allmählich, um die individuelle Reaktion zu testen.
  5. Konsultieren Sie einen Arzt bei Schilddrüsenproblemen oder hormoneller Empfindlichkeit: Dies ist der wichtigste medizinische Vorbehalt.

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Die breitere Perspektive

Maca ist ein hervorragendes Beispiel für ein Präparat, das in der Mitte steht, weder Wunder noch Betrug. Die Belege sind real, aber begrenzt, die Wirkung ist moderat, aber konsistent, und das Sicherheitsprofil ist ausgezeichnet. Das ist genau das, was die gelbe Einstufung rechtfertigt: kein Präparat, das jeder nehmen muss, aber auch keines, das man meiden sollte.

Die wichtigste Lehre aus Maca betrifft jedoch den Mechanismus: Es verbessert Libido und Stimmung, ohne die Sexualhormone überhaupt zu beeinflussen. Dies ist eine Erinnerung daran, dass unser Körper viel komplexer ist als Testosteron oder Östrogen und dass pflanzliche Moleküle auf Wegen wirken können, die wir noch nicht vollständig verstehen. Anstatt dem nächsten 'Testosteron-Booster' hinterherzujagen, sollte man vielleicht daran denken, dass manchmal eine kleine Knolle aus den Anden, die an einem Ort wächst, an dem sonst nichts überlebt, die Arbeit sanft erledigen kann.

Referenzen:
Brooks NA et al., Beneficial effects of Lepidium meyenii (Maca) on psychological symptoms and measures of sexual dysfunction in postmenopausal women are not related to estrogen or androgen content, Menopause, 2008
Shin BC et al., Maca (L. meyenii) for improving sexual function: a systematic review, BMC Complementary and Alternative Medicine, 2010
Stojanovska L et al., Maca reduces blood pressure and depression in a pilot study in postmenopausal women, Climacteric, 2015

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