Die meisten Vorträge, die wir hier vorstellen, befassen sich mit der biologischen Seite der Langlebigkeit: Sirtuine, Mitochondrien, Yamanaka-Faktoren, NAD. Dieses Video nimmt uns eine ganz andere und ebenso wesentliche Perspektive ein. Helen Hirsch Spence, Gründerin der Organisation Top Sixty Over Sixty, betritt die Bühne von TEDxKanata und präsentiert ein Argument, das überraschen mag: Bevor wir dem Molekül hinterherjagen, das die Zellalterung stoppt, sollten wir einen Blick auf die Geschichte werfen, die wir uns selbst über das Altern erzählen, denn diese Geschichte, wie Studien der Sozialpsychologie zeigen, beeinflusst tatsächlich den Körper. Eine Langlebigkeits-Denkweise ist keine nette Idee der Persönlichkeitsentwicklung, sondern eine Variable, die im Labor gemessen wird und mit echten gesundheitlichen Ergebnissen verbunden ist.
Worum geht es in dem Video
Spence eröffnet den Vortrag mit der einfachen Frage: Was sagen wir uns, als Gesellschaft und als Individuen, wenn wir über das Altern nachdenken? Sie weist auf das Phänomen des Ageism hin, eine der letzten Formen der Diskriminierung, die im öffentlichen Diskurs noch als legitim gilt. Die Anti-Aging-Industrie, die jährlich Hunderte von Milliarden umsetzt, basiert ihrer Aussage nach auf einem schädlichen Gedankenrahmen: Altern sei ein Feind, den es zu bekämpfen, zu verstecken, rückgängig zu machen gelte. Stattdessen schlägt sie den Begriff Longevity Mindset vor, eine Auffassung, die anerkennt, dass ein längeres Leben eine Chance und kein Problem ist. Spence beleuchtet die Arbeit von Becca Levy von der Yale University, die in Längsschnittstudien zeigt, dass Menschen mit positiven Einstellungen zum Altern im Durchschnitt 7,5 Jahre länger leben als Menschen mit negativen Einstellungen – ein größerer Effekt als der von Nichtrauchen oder körperlicher Aktivität. Sie spricht darüber, wie die Geschichten, die wir konsumieren – in Filmen, Werbung, der Alltagssprache – in uns Überzeugungen darüber verankern, was es bedeutet zu altern, und wie diese Überzeugungen wiederum Gesundheitsmuster, die Bereitschaft, Behandlung zu suchen, und sogar die Erholungsgeschwindigkeit nach medizinischen Ereignissen beeinflussen.
Warum es sich lohnt, zuzusehen
Dies ist ein Pflichtvortrag für alle, die den Bereich der Langlebigkeit verfolgen, aber bemerken, dass sie sich nur in eine materialistische Richtung treiben lassen: noch ein Nahrungsergänzungsmittel, noch ein Molekül, noch ein Test. Spence erinnert uns daran, dass Altern ein bio-psycho-soziales Phänomen ist und dass die Psychologie und Soziologie des Alters eine ebenso zentrale Säule sind wie die Biologie. Der Vortrag schlägt nicht vor, die Wissenschaft aufzugeben, im Gegenteil, er basiert auf fundierten Studien führender Universitäten, stellt sie jedoch in einen breiteren Kontext. Wenn Sie selbst in den mittleren Jahren oder älter sind, oder sich um ältere Eltern kümmern, oder sich einfach für die Frage interessieren, wie man ein langes und bedeutungsvolles Leben führt, werden Ihnen diese 15 Minuten einen Denkrahmen geben, der Ihre Sicht auf die Anzahl der Jahre verändert. Spence ist eine warmherzige und überzeugende Rednerin, und die praktischen Empfehlungen, die sie am Ende gibt – wie man Ageism bei sich selbst erkennt, wie man seine Sprache sorgfältig wählt und wie man sich ein positives Bild der Zukunft aufbaut – sind sofort umsetzbar.
Viel Vergnügen beim Anschauen!
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